Geschichte unserer Kirchen

 
Zu unserer Kirchengemeinde gehören 2 Gotteshäuser.
Jedes hat eine eigene Geschichte.
 

Wenn Wünsche Wirklichkeit werden
Vom 16. bis 18. Jahrhundert wurde die Konfession der Untertanen von der jeweiligen Regierung bestimmt.

Kappelrodeck gehörte zum Fürstbistum Straßburg und blieb somit katholisch. Sogar weiterhin als in Straßburg die Reformation eingeführt wurde oder die Gemeinde zwischenzeitlich an den protestantischen Herzog von Württemberg verpfändet war.

Folglich war erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine nennenswerte Anzahl evangelischer Christen in Kappelrodeck zu verzeichnen. Diese wurden zunächst vom Anstaltsgeistlichen der Illenau, später vom Acherner Stadtpfarrer betreut.

Der Wunsch nach einem eigenen Kirchengebäude wurde größer. Aus diesem Grund schlossen sich die Gemeinden des Achertales im Jahre 1920 zu einer eigenen Kirchengemeinde zusammen, die weiterhin vom Pfarramt Achern aus betreut wurde.

Die Ersparnisse des Kapellenfonds fielen 1923 der Inflation zum Opfer. Die eigene Kirche blieb weiterhin nur ein Wunsch. In den 30er Jahren wurde auch in Ottenhöfen, das von Kappelrodeck deshalb losgelöst wurde, der Bau einer eigenen Kirche vorangetrieben und 1936 verwirklicht.

Die neue Kirchengemeinde Kappelrodeck erhielt 1937 die Genehmigung zum Kirchenbau. Weitere 20 Jahre verstrichen bis die Kappelrodecker Kirche errichtet und eingeweiht werden konnte.
Regierungsbaurat Hesselbacher erstellte die Pläne, Landesbischof Bender nahm die Einweihung vor. In besonderer Weise hat sich die Familie Lenk für diesen Kirchenbau engagiert.

1961 folgte eine eigene Orgel, 1963 die drei Glocken.

Seit 1972 existiert in Kappelrodeck ein selbständiges Pfarramt, das seither von den Pfarrern Gerhard Lanzenberger, Hanfried Koch, Bodo Holthaus, Uwe Arnold und Andreas Moll betreut wurde.

Einen besonderen Blickfang bilden die bunten Glasfenster, die einen Christuszyklus darstellen. Auch der parkähnliche Vorplatz mit einer biblischen Skulptur gibt der Kirche einen besonderen Rahmen.

2003 erfolgte die letzte Außensanierung der Kirche, 2007 ein Innenanstrich.

Im Jahre 2011 fand eine umfangreiche Überholung der Steinmeyer-Orgel statt.
 

Skandinavischer Kirchbau im Schwarzwald

Quelle: Ev. Kirchengemeinde Kappelrodeck, Ottenhöfen & Sasbachwalden

Anfang des 19. Jahrhunderts fanden Gottesdienste nur im Schulsaal in Kappelrodeck, manchmal auch in einem Schulraum in Ottenhöfen statt. Der Weg nach Kappelrodeck war - für damalige Verhältnisse - weit und die Räume der Andacht nicht gerade förderlich. So entstand in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts der Wunsch, (auch wegen der damals schon anreisenden Kurgäste) zumindest eine kleine Kapelle in Ottenhöfen zu bauen.
1933 ging es an die konkrete Planungen. Um eine Verärgerung der Kappelrodecker Gemeindemitglieder zu vermeiden, wurde die Landeskirche in Karlsruhe einbezogen. Diese gab Ottenhöfen - aufgrund der damals schon regelmäßig verweilenden Kurgäste - grünes Licht für den Bau der Kirche, auch wenn Kappelrodeck bereits selbst ein großes Baugelände zum Bau einer Kirche in Kappelrodeck erworben hatte.

Im Dezember 1934 wurde der Lageplan für das Gelände oberhalb der katholischen Kirche ("Weihermatt") fertiggestellt. Mit einer skandinavischen Stabkirche wurde bewusst ein protestantischer Baustil gewählt, der sich gut in die Schwarzwaldlandschaft einfügte. Gleichzeitig wurde damit ein architektonisches Kleinod für die ganze Gegend geschaffen. Im März 1935 sollte mit dem Bau begonnen werden, um die Kirche Anfang 1936 - so der Plan - ein zu weihen.
 
Aufgrund von Beanstandungen des Bezirksbauamtes in Baden–Baden wurde der umgearbeitete Bauplan erst im September 1935 genehmigt, was den Baubeginn auf das Frühjahr 1936 schob. Am 1. Advent, dem 19. November 1936, wurde die Kirche feierlich eingeweiht.
1957 wurde die evangelische Kirche in Kappelrodeck errichtet. Seit 1971 gibt es eigene Pfarrer für das Achertal und Sasbachwalden. Die Gesamtgemeinde umfasst zur Zeit ca. 1.350 Gemeindeglieder.
 
Die Ottenhöfener Kirche ist im Sommerhalbjahr täglich geöffnet. Gäste und Wanderer nutzen die Gelegenheit, sie anzusehen oder auch still darin zu verweilen. Sie wird immer wieder als Tauf- oder Hochzeitskirche von Gästen angefragt.